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Nell-Breuning Preis für Architekten der Agenda 2010
„Dass Franz Müntefering mit dem Oswald von Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier ausgezeichnet werden soll, spottet eigentlich jedes Kommentars. Ausgerechnet einen der wichtigsten Köpfe hinter der Agenda 2010 für sein ‚herausragendes sozialpolitisches Engagement‘ zu ehren, grenzt an Geschichtsklitterung“, kommentiert die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner die Entscheidung der Preisjury unter Vorsitz von Oberbürgermeister Leibe.
„Im Vergleich zum Sozialethiker Oswald von Nell-Breuning fällt die Sozialbilanz Franz Münteferings eher bescheiden aus: Er ist mitverantwortlich für die neoliberale Schleifung des Sozialstaats. Hartz IV, Erhöhung des Renteneintrittsalter auf 67, Lockerung des Arbeitsschutzes, immer mehr prekäre Arbeitsverhältnis – all das und noch mehr kann er sich auf die Fahnen schreiben“, stellt die Linkenpolitikerin fest.
„Den mit rund 10.000 Euro dotierten Preis an Müntefering zu vergeben, hat nichts mehr mit den Visionen von Oswald von Nell-Breuning zu tun. Bevor man diesen Preis an solche Befürworter des Sozialabbaus vergibt, sollte man ihn besser abschaffen“, fordert Micha Worms, Vorsitzender des Stadtverbands DIE LINKE Trier.

