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Inklusion nach wie vor vernachlässigt
Die Situation vor Ort in Sachen Barrierefreiheit ist weiterhin mehr als ungenügend, wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen fehlen und Inklusion bleibt nach wie vor eine Randerscheinung. Zum Internationalen Tag von Menschen mit Behinderung zieht DIE LINKE. Trier-Saarburg Zwischenbilanz:
Die Erschließung barrierefreier Infrastruktur kommt nur äußerst schleppend voran, wobei gleichzeitig ein großer Unterschied zwischen Stadt und Kreis offen zutage tritt. Während die Stadt Trier zumindest unter öffentlicher Beteiligung sich der Erarbeitung eines Aktionsplans Inklusion annimmt, herrscht auf Ebene des Landkreises Trier-Saarburg Stillstand.
Dazu erklärt die Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Katrin Werner: „In Trier gewinnt man den Eindruck, als würden die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen langsam verschwinden. Die gesellschaftliche Sensibilität für dieses Thema wächst, doch kommen die Verwaltungen diesem Wachstum nur wenig hinterher. Immer noch ist der Großteil der öffentlichen Infrastruktur nicht barrierefrei zugänglich. Dazu zählen Haupt- und Kornmarkt mit einer für RollstuhlfahrerInnen ungeeigneten Pflasterung, die Eingänge zu Bildungseinrichtungen wie etwa dem Simeonsstift, oder das Humboldt-Gymnasium. Letzteres erhielt zwar kürzlich einen Treppenneubau, der aber nicht barrierefrei ist. Es ist bezeichnend, dass die selbst an solch elementare Dinge nicht denken.“
Um solche Missstände zukünftig zu vermeiden, braucht es entsprechende Gesetze der Landes-regierung, die bislang ausgeblieben sind. Kathrin Meß, Spitzenkandidatin für die kommenden Landtagswahlen und Kreistagsabgeordnete dazu: „Es bedarf einer radikalen Reformierung der Landesbauordnung. Die Landesregierung lobt sich selbst für viel zu kleine Schritte, die keine nachhaltige Verbesserung für Menschen mit Behinderung vor Ort bewirken. Die getätigten Investitionen, um diese in allen gesellschaftlichen Belangen einzubeziehen, sind viel zu gering. Des Weiteren werden sie immer noch im Bildungsbereich durch das mehrgliedrige Schulsystem systematisch benachteiligt und selbstbestimmte Berufstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt ist oftmals eine Wunschvorstellung.“

