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Aus für den umlagefinanzierten ÖPNV verfrüht
Letzte Woche lehnte der Bauausschuss der Stadt Trier den Antrag der Linksfraktion zum ticketlosen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) als „unrealistische Vision“ mehrheitlich ab. „Bei dem Prüfauftrag ging es doch nicht darum von jetzt auf gleich linke Utopien durchzudrücken“, kritisiert Ausschussmitglied Jörg Johann die Entscheidung, „vielmehr sollte der Antrag dazu dienen den mittelfristigen Umstieg auf einen wirklich sozialen und ökologischen ÖPNV voranzutreiben.“
Beim umlagefinanzierten ÖPNV handelt es sich um ein Modell, bei dem die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr gleichmäßig auf alle Bürger aufgeteilt werden würden. Bei der Finanzierung des Systems könnten auch die städtischen Einnahmen für das Parken und das Anwohnerparken berücksichtigt werden. Weiterhin wäre der ÖPNV auch für Touristen kostenlos, jedoch könnten hier Einnahmen aus einer entsprechenden Abgabe, die an eine Übernachtung gekoppelt ist, erfolgen. So wie es beispielsweise in Basel gemacht wird. Es gibt hier viele Möglichkeiten. Deshalb wäre eine tiefgründige Prüfung erforderlich gewesen.
Der ticketlose ÖPNV könnte dabei gleich mehrere positive Effekte haben. Zum einen würde es den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen und wäre ein großer Schritt in Richtung gesellschaftliche Teilhabe. Zum anderen würde sich ein verminderter Individualverkehr positiv auf die ökologische Bilanz der Stadt auswirken. In manchen Bereichen ist ein umlagefinanziertes Ticket schon jetzt keine Vision mehr, beim Semesterticket, zum Beispiel. Auch hier entrichtet jede/r Studierende einen pauschalen Beitrag, ob er nun auf den ÖPNV angewiesen ist oder nicht.
„Der Dezernent Herr Ludwig und die anderen Fraktionen haben es sich mit ihrer Argumentation viel zu einfach gemacht“, beklagt die Kreisvorsitzende der LINKEN Trier-Saarburg, Katrin Werner. „Andere Städte, wie zum Beispiel das finnische Tallin oder das französische Aubagne, zeigen, dass ein solches Modell möglich ist. Es müsste nur der politische Gestaltungswille vorhanden sein, um die entsprechenden Grundlagen zu schaffen. Leider scheint sich hier die Geschichte des von uns geforderten Sozialtickets zu wiederholen.“
„Auch könnte Trier in Mainz Lobbyarbeit für einen umlagefinanzierten ÖPNV betreiben und Rheinland-Pfalz zumindest in diesem Bereich einmal Vorreiter bei der sozialen und nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft sein“, ergänzt die Landesvorsitzende der LINKEN, Katrin Werner, weiter.
